21. April 2007
Uraufführung in Mering
Im Rahmen des "Kunst- und Kulturfrühlings" traten wir in einer dunklen Halle vor etwa 30 Zuschauern (Zuhörern) auf. Die Stimmung war gut, und wir konnten uns nach der Veranstaltung untereinander austauschen.In der "Friedberger Allgemeinen" erschien ein Artikel über die szenische Lesung. ein Bild aus der Friedberger Allgemeinen
11. Oktober 2007
Auftritt in Augsburg
Weiterging es in Augsburg

Der Auftritt im gewölbeartigen Nebenraum der Gaststätte "Maximilians-Klause" in Augsburg fand nach einer längeren schöpferischen Pause statt. Die zurückliegenden Monate hatten wir genutzt, um an der künstlerischen Ausgestaltung des „Gantenbeins“ weiterzufeilen, und ich hatte Sprechunterricht bei einer Schauspielerin genommen. An jenem Abend im Herbst kamen etwa 10 Besucher und ein Hund (Dackel oder Dogge? –wurde gefragt im Dunkeln). Taiga, die Schäferhündin, hörte man schnarchen, bevor man sie sah, und so merkte sie nicht einmal auf, als schon bald nach Beginn der Lesung von einem anderen Hund, nämlich von Lilas Hund, die Rede war. Abgerundet wurde der Abend durch ein gemütliches Zusammensitzen mit ein paar Zuhörern.

Wolfgang Böhme

Juni/Juli 2008
Auftritt in München
Ein Phantom im Theater

Drunt im grünen Isartal, lang ist’s her, es war einmal... Im Gasthaus „Zum Isartaler“ in München-Sendling traten wir an 3 Abenden im Juni/Juli 2008 mit unserer musikalischen Dunkellesung aus „Mein Name sei Gantenbein“ von Max Frisch an. Unser fröhliches Sinnen wurde leider weder frivoles Singen noch sinnliches Frönen oder gar sündiges Stöhnen; eher schon geriet die Regie des Hauses zum nichtsinnigen Thrill oder, wie dieses kleine Wortspiel, zum drilichen Unsinn, denn Merkwürdiges geschah: Einmal soll kurzfristig die Vorstellung abgeblasen werden, ein anderes mal in letzter Sekunde um Stunden verschoben, dann wieder plötzlich radikal gekürzt; ein Phantom schleicht im Theater umher, raubt uns den Strom (vielleicht nährt es sich von ihm); wie von Geisterhand verschlossene Türen, die auch ein heraneilender Hausalibaba nicht mehr öffnen kann; der mysteriöse Mister X, der eine Anzeige in einer Zeitung schaltet mit fiktiven Terminen unserer Show, den natürlich keiner kennt, und ein Chef des Hauses, Herr Sadrawetz, den jeder kennt (spätestens jetzt), der sich aber vor uns die ganze Zeit verbirgt; die Fäden seines Kabinetts aber geheimnisvoll im Hintergrund knüpft….

Scho a bisserl spooky im Hause Sadrawetz. Irgendwie waren wir im falschen Film. Vielleicht waren wir ja die Phantome – Phantome aus einem anderen Film, Parallelphantome! Jedenfalls spielten wir in 3D, allerdings im Dunkeln im schönen Theatersaal vor leider wenigen Besuchern, denen wir hoffentlich einen interessanten und fröhlichen Abend bereiteten. Also alles in allem war es aber anstrengend im „ghost hotel zum Isartaler“, aber sei’s drum. Ach ja, das Mangiare, auch auffallend – guat!

Andreas Ilic

Januar 2009
Erscheinen der CD
Im Januar 2009 erschien die CD "Sein Name sei Gantenbein"

Nachfolgend ein Auszug aus dem Inlay:

In dem Roman ‚Mein Name sei Gantenbein’ lässt Max Frisch seine Hauptperson, Theo Gantenbein, in verschiedene Rollen schlüpfen; unter anderem auch in die des Blinden. Gantenbein spielt, zu-mindest vorübergehend, einen Blinden, um sein Gegenüber wirk-lich kennen zu lernen: Ein Gegenüber, das glaubt, auf Verstellung vor einem Blinden verzichten zu können und sich so natürlich wie sonst nie gibt. Oder: Ein Gegenüber, das gerne eine andere Rolle vor dem Blinden ausprobieren will. Gantenbein lässt dem anderen die gewählte Rolle, durchschaut ihn aber, weil er den Blinden ja nur spielt.Wolfgang Böhme liest den Text, mit dem er sich sehr verbunden fühlt, pointiert und engagiert. Der Zauber des ständigen Perspek-tivenwechsels und der unterschiedlichen Wahrnehmungsebenen, die beschritten werden, ist durchgehend spürbar.Die Musik zum ‚Gantenbein’ steuert Andreas Ilic auf der Gitarre bei. Die Stücke aus verschiedenen Epochen, Eigenkompositionen sowie Improvisationen, untermalen die Handlung und unterstreichen den zeitlosen Charakter des Textes. Den einen oder anderen Höhepunkt auf der CD bildet offensiv verschränkt sicher-lich die zeitweilige Interaktion von Wort und Musik in ihrer ver-schärften Form, nämlich der Gleichzeitigkeit.Mit dem Konzept, Text und Musik spielerisch verwoben ihrem Publikum auch live und bei völliger Dunkelheit darzubieten, schufen Böhme und Ilic etwas Einzigartiges: eine musikalische Dunkellesung.

Im Frühjahr 2007 suchte Wolfgang Löscher noch blinde Künstler für die von ihm durchgeführte ‚Dunkelwoche’, die im Rahmen des alljährlichen ‚Meringer Kulturfrühlings’ stattfand. Böhme und Ilic, die schon in alten Schulband-Tagen zusammenarbeiteten, ergriffen die Gelegenheit, stellten ein 80-Minuten-Programm auf die Beine und gaben im April 2007 mit ihrem ‚Gantenbein’ an schöner Stätte ihr Debüt. Um weitere Auftrittsmöglichkeiten zu bekommen, beschloss man nachfolgend, ein Demo aufzunehmen.Aufnahmeort: Sehbehindertenzentrum Unterschleißheim, Tag: 21. Juli 2007.Als Techniker und Aufnahmeleiter mit dabei: Christian Hupf, Schlagzeuger aus frühen Band-Zeiten. 10 Stunden wiederholte man, besprach sich, probierte und hatte eine Menge Spaß. Am Ende des Tages waren 4 Stunden Material mit Christians Plextalk PTR 2 aufgezeichnet. Christian, übrigens, beendete am Abend jenes Tages die verzweifelte Suche von Böhme und Ilic nach einem passenden Namen für das Gesamtprojekt, spontan und kongenial: ‚Art in the Dark’.Leider gestaltete sich im folgenden die Nachbearbeitung der Tracks hauptsächlich aus Gesundheitsgründen bis zum Schluss schwierig. Geduldiges Arbeiten ermöglichte schließlich im Winter 2008 das Erscheinen der CD. Was als 10-Minuten-Demo geplant war, geriet zu guter letzt zur Gesamtproduktion. Die vorliegende CD erhebt sicherlich keinen Anspruch darauf, perfekt zu sein; eher schon ist sie eine authentische Baustelle aus dem Schaffen von Böhme und Ilic. Viel Spaß beim Hören, am besten unter Kopfhörern.www.artinthedark.de

Vorderseite der CD

Bild von uns auf einem Schachbrett

30. Januar 2009
Auftritt in Mühldorf am Inn
Ausgred is

Sagte Kotter Hans nach 5 Minuten Verhandeln, und wir waren einig... Und so gaben wir am 30.01.09 mit unserem „Gantenbein“ ein Gastspiel in Mühldorf am Inn in Hans Kotters Lachkeller. In dem bis auf den letzten Platz gefüllten, verliesähnlichen Kellerraum seines Jagdmuseums, der durchaus geeignet scheint, darin ein Gruselkabinett einzurichten, herrschte hingegen im Publikum beste Stimmung. Dies änderte auch unser Spiel nicht. Vielmehr ließen wir uns vom zauberhaften Publikum mitreißen und hatten so großes Interesse, viele Lacher und einen würdigen Schlussapplaus auf unserer Seite. Als krönende Zugabe erschien unser charmanter Gastgeber auf der Bühne: ein Blues aus seiner Feder: "Ja es gibt Sachen, da brauchst koane Aug'n, ja es gibt Sachen, da brauchst du ned schaun ..." Hans singt und spielt Akkordeon, auf eigenen Wunsch im Dunkeln – Hut ab! Wir trällerten dazu. Eine tolle Einlage! Kotter Hans hab Dank! Auch Dank an meinen Freund und Studienkollegen Andreas Seifinger aus Mühldorf, der uns freundlicherweise diesen schönen Auftritt vermittelt hat.

Andreas Ilic

Ausschnitt aus Kultur grenzenlos
17. Februar 2009
Auftritt in Grafrath
Art in the Dark in Grafrath

Am 17.02.2009 spielten wir bei
Michi Eisele, einst Gitarrenschüler von mir, seines Zeichens Architekt und ausgewiesener Musenfreund. Nachstehend sein Bericht über diese gelungene Veranstaltung:

Art in the Dark, das Dunkelerlebnis der speziellen Art…… Schon Tage vor dem Event begann ich, den Veranstaltungsraum - den Dachgeschossraum meines Hauses - für dieses Ereignis vorzubereiten. Es war nicht mein erstes Dunkelerlebnis, und von daher wusste ich, wenn nicht alles perfekt bis auf die letzte Ritze abgeklebt und verdunkelt ist, die Illusion dieses Erlebnisses verloren sein würde. Lage um Lage auf den Fenstern mit Kartons und Tape schließlich gaben dem Schein von Außen dann keine Chance mehr. Ein gewisses Problem bestand noch darin, dass im Falle eines Austretens aus dem Raum während der Vorstellung ebenfalls unerwünschtes Licht eingetreten wäre. Doch 2 Lichtschleusen zwischen dem Vortragsraum und dem WC lösten auch dies. Schließlich war es soweit, die Gäste kamen und nach kurzem Aperitif sollte es losgehen. Hand in Hand führte ich die Gäste im Dunklen nach oben und bemerkte wie fremd mir plötzlich meine eigenen Räumlichkeiten wurden. Selbst da ich alle Bänke und Stühle Stunden vorher selbst aufgebaut hatte befiel mich große Unsicherheit, wenn eine Bank oder ein Stuhl nicht ad hoc an der Stelle vorzufinden war, an der man ihn erwartete. Nachdem schließlich jeder seinen Platz eingenommen hatte, begann die Lesung zu Gantenbein: Die Stimme von Wolfgang Böhme wie samt und Seide, eine Stimme die einen regelrecht streichelte, in die man sich hinein kuscheln konnte. Andreas Ilic sorgte mit passenden Soli auf der Gitarre für die perfekte Ergänzung. Schließlich zu Ende des Stückes mein Einsatz an der Stelle als Gantenbein sich als sehend outete und auch die Gäste diesen Sinn wieder erfahren sollten. Das Licht ging an, die Gäste gnadenlos geblendet und auch wieder froh aus der Welt des Dunklen wieder aufgetaucht zu sein…… Für mich sicherlich nicht das letzte mal……. Michael Eisele über Art in the Dark in Grafrath

Die Amper in Grafrath
Um eventuelle Missverständnisse zu vermeiden, sei an dieser Stelle erwähnt, dass ich die letzten beiden Auftritte nur mit ausdrücklicher Genehmigung meines Arztes spielen konnte.

Andreas Ilic

4. November 2009
Auftritt in Basel
Kein Umweg über Basel

Unser Auftritt am
4. November in Basel musste leider aufgrund zu weniger Anmeldungen entfallen. Schade! Aber wir wurden am folgenden Tag entschädigt.

Wolfgang Böhme

5. November 2009
Auftritt in Zürich
Ein Höhepunkt: Gantenbein kommt nach Zürich

Am 5. November 2009 reisten wir nach Zürich, um in der ‚Blindekuh' den Gantenbein im Dunkeln erscheinen zu lassen. Das Dunkelrestaurant war mit weit über 60 Gästen ausverkauft! Wir genossen die Vorstellung und unseren Aufenthalt - nichtzuletzt deshalb, weil wir sehr freundlich und herzlich vom perfekt eingespielten Team der "Blindekuh" und dem Publikum empfangen wurden. In diese Stadt gehört Theo Gantenbein, das war spürbar!

Wolfgang Böhme

14. November 2009
Auftritt in Anzing
Letzter Zapfenstreich!

Eine urige Location, volles Haus, eine inspirierte Show, tosender Applaus, ein zufriedener Rudi Zapf, perfekte Organisation, ein Interview mit Wolfgang Böhme im Ebersberger Lokalteil der Süddeutschen Zeitung und natürlich super Wetter ... Tätarä, aber leider alles Quatsch: ein heftiger Wintereinbruch mit dicken, gefrorenen Eiszapfen ...

Der Abend musste leider von Veranstalter und Wirt des "Weinbeißer", Rudi Zapf, infolge rückläufiger Nachfrage abgesagt werden. Schade auch für uns!

So wurde nun dann doch unser Auftritt bei den Schweizern (Frischs Rückkehr!) - eigentlich der vorletzte - der letzte, der letzte Auftritt für mich! Eine Fügung? Eine Unschärfe? Letztere, obschon in der Kunst erwünscht, hier kaum von Bedeutung, ist im Allgemeinen doch das Leben bunter, drum so lustig: Aus Schwarz wird Weiß, aus einem Ja ein Vielleicht und vielleicht ein Nein, Chaos wird zu Ordnung und wieder Chaos, aus dem Leben, langsam aber sicher, Tod - doch halt! Hier wird die Unschärfe unscharf. Das Gesetz scheint gebrochen. Hurra, lang leben die Untoten!

Leider muss ich gesundheitsbedingt die Arbeit mit Art in the Dark beenden. For me it's Zapfenstreich. Dem Projekt wünsche ich noch viele interessante Rückblicke. Die gute und spannende Zusammenarbeit verbindet mich mit Wolfgang Böhme. Allen Fans noch viel Spaß mit Art in the Dark.

Andreas Ilic

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